“Was waren wir alle aufgeregt: West Ham, Premier League, englischer Fußball und London zur Weihnachtszeit. Und bis zum Stadion war das auch alles genauso großartig, wie man es sich vorgestellt hatte. Schöner Fanmarsch, freundliche Polizisten, freundliche Londoner – beste Voraussetzungen also. Die Ernüchterung kam dann allerdings im Stadion. Endlose Wartezeiten am Einlass, dazu zwischen Ober- und Unterrang eine gefühlte 50-Meter-Lücke, sodass die Stimmung kaum von einem Rang zum anderen getragen wurde. Die Heimfans lieferten dazu die emotionsloseste Vorstellung ab, die ich bisher in einem Fußballstadion erlebt habe. Bier durfte man nicht mit auf die Plätze nehmen, zu essen gab es irgendwelche herzhaften Törtchen – alles irgendwie seltsam. Freiburg ließ sich vom Choreoverbot immerhin nicht ausbremsen. Stattdessen wurden Unmengen an Konfetti verteilt und weiß-rote Regenschirme, die aus unerfindlichen Gründen erlaubt waren, in die Kurve geschmuggelt. Und eine wichtige Erkenntnis habe ich an diesem Abend ebenfalls gewonnen: Aus Krücken lassen sich erstaunlich gute Fahnenstangen bauen. Sportlich war der Abend ohnehin schnell zur Nebensache. Die Erinnerungen an London bleiben trotzdem deutlich positiver als die an das Stadion.” — sf