“Auf dem Papier klang die Auslosung erstmal ziemlich geil: Auswärtsspiel am Mittelmeer, Ziel Nizza. Die Realität sah dann leider etwas anders aus. Selten habe ich mich bei einem Europapokaltrip so wenig willkommen gefühlt. Los ging es direkt mit Warnungen, auf keinen Fall in Fankleidung durch die Stadt zu laufen. Der Treffpunkt erinnerte eher an einen Zoo als an ein Fußballspiel, und die Shuttlebusse zum Stadion waren katastrophal organisiert. Wir hatten noch Glück und mussten nicht ewig im Bus ausharren, waren dafür aber über drei Stunden vor Anpfiff bereits im Stadion. Dort herrschte allerdings gähnende Leere – und das sogar noch zum Anpfiff. Nicht wenige nutzten die Zeit für ein Nickerchen. Von den Rangeleien mit der Polizei haben wir persönlich nichts mitbekommen, aber der Stimmungsboykott der Freiburger Ultras in Kombination mit dem lächerlich leeren Stadion sorgte für eine Atmosphäre, die vor allem eines war: langweilig. Sportlich gab es immerhin einen deutlichen Sieg zu feiern. Trotzdem zog sich der Tag wie Kaugummi. Bis wir schließlich wieder im Hotel waren, waren insgesamt knapp zwölf Stunden vergangen. Der ganze Bums fühlte sich also nicht nur wie eine Ewigkeit an – er war tatsächlich eine. Die Stadt selbst hat uns dagegen positiv überrascht. Ein bisschen Kultur gab es mit einem Abstecher ins Musée Matisse auch noch. Am übernächsten Tag stand dann noch ein weiterer Länderpunkt auf dem Programm: Monaco. Der kurze Regionalzug-Trip ins Fürstentum war deutlich geiler als der Stadionbesuch am Donnerstag. Auch wenn das Stadion, Stade Louis II, mittlerweile sichtbar in die Jahre gekommen ist. Notiz am Rande. Ein McRib sieht in Frankreich sehr seltsam aus.” — sf